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Allgemeines

Die Weisheitszähne ( aus dem Lateinischen : dentes sapientes ) gehören zu den Mahlzähnen
als dritte in der Kieferreihe und werden auch als Achter oder „ Dentes seretoni „ bezeichnet.
Durch heutzutage  früh beginnende Zahnpflege und oft schon von Kindesbeinen an durchgeführte Kieferorthopädie und damit gut ausgeformten ästhetisch schönen Zahnbögen haben die Weisheitszähne bei ihrem verspäteten Durchbruch im jungen Erwachsenenalter zu wenig Platz und treten damit klinisch erstmalig mit Beschwerden wie Schmerzen, unbestimmten Drücken, erschwerte Mundöffnung, Zahnstellungsveränderungen, aber auch Schleimhautproblemen in Form von Entzündungen  in Erscheinung.

Werden  die Zähne bei ungenügendem Platzangebot nicht rechtzeitig entfernt, kann es auch zu größeren Problemen mit regionalen Abszessen  bis hin zu lebensbedrohlichen schweren Komplikation kommen, deren erstes Zeichen die Schwierigkeit des Schluckens und die auftretende Luftnot sind.

In der Hand eines geschulten und versierten Chirurgen sind schwere Komplikationen sowohl
vor als auch nach Entfernung der Weisheitszähne außerordentlich selten.

Unser Schwerpunkt ist die vorsichtige Entfernung der Weisheitszähne ohne besondere
Komplikationen. Hierbei wird auf eine gezielte Knochen schonende Behandlung der größte
Wert gelegt. Somit lassen sich langfristige Nachbehandlungen und postoperative Beschwerden auf ein Mindestmaß im Sinne unserer Patienten reduzieren.

Nervkomplikationen sind in unserer Praxis äußerst selten , trotz teilweise enger Lagebeziehung zwischen Nerv und Zahnwurzel. Die Komplikationsrate liegt nach Auswertung unserer Patientendaten in krassem Gegensatz zu angegebenen Literaturangaben im Zehntelpromillebereich.

Vor der Operation

Wir fertigen zur Röntgendiagnostik eine Panoramaaufnahme an. Sollten sehr enge Lage- beziehungen zwischen Unterkiefernerv und Weisheitszahnwurzeln bestehen, empfiehlt sich unter Umständen auch die Anfertigung einer 3D Gallileos-Aufnahme. (kostenpflichtig- wird aber von Privatkassen  erstattet) -- neueste Entwicklung (seit April 2007) in der Röntgen- diagnostik    –     Gerät in Praxis vorhanden

Hierdurch lassen sich mittels Computerdiagnostik durch Volumentomographie auch schwierigste anatomische Situationen entsprechend voraussehen und wichtige Kriterien ermitteln, die die Operationsplanung verbessern und dazu beitragen, komplikationsarm zu operieren. Die Gallileos Aufnahme kommt mit geringer Strahlendosis aus. Die Strahlendosis ist gegenüber herkömmlicher CT-Diagnostik auf ein dreißigstel reduziert und entspricht der Strahlendosis  einer konventionellen Panoramaaufnahme (OPT).

Schwierige anatomische Situationen sind vor allem enge Lagebeziehungen  der Weisheitszahnwurzeln zum Unterkiefernerv, hieraus können Gefühlsstörungen der Unterlippe
entstehen, aber auch zum Boden der Kieferhöhe im Oberkiefer, hieraus kann ein Einbruch des
knöchernen Bodens der Kieferhöhle resultieren mit einer Mund-Kieferhöhlenverbindung, die einer unmittelbaren Deckung bedarf, sofern keine akute eitrige Kieferhöhlenentzündung (Nasennebenhöhlenentzündung) besteht. Eine Röntgenaufnahme ( Panorama) zum Ausschluss einer Nasenhöhlenentzündung ist daher vor einer geplanten operativen oberen Weisheitszahnentfernung zwingend notwendig. Hierdurch lassen sich auch Mehranlagen von Zähnen, Schleimzysten der Kieferhöhle, Zahndurchbruchszysten (follikuläre)  oder entzündliche  Zysten (radikulär) ausschließen.

In einer persönlichen Beratung wird nach eingehender Untersuchung , Erläuterung der Krankengeschichte , Auswertung der Röntgenbefunde das jeweilige Vorgehen besprochen. Bitte kommen Sie nur im Schmerzfall direkt zur Operation, verzichten Sie bitte nicht auf das Beratungsgespräch, weil Sie sonst nicht die Gelegenheit haben, sich das Vorgehen zu Hause in Ruhe zu überlegen.

Dies ist aber für eine rechtlich einwandfreie Aufklärung erforderlich. Zudem lernt man sich während des Beratungsgespräches kennen und dieses persönliche ungezwungene Gespräch, ohne dass ein operativer Eingriff erfolgt, nimmt einen Großteil der Angst und Spannung weg. Wir führen die operative Entfernung von Weisheitszähnen normalerweise in Lokalanästhesie ( örtliche Betäubung) durch. Besonders bei der Entfernung von nur einem oder den zwei Zähnen einer Seite ist dies bei den meisten Patienten völlig ausreichend.

Bei ängstlichen Patienten empfehlen wir die unterstützende Gabe einer sogenannten Beruhigungs- oder je nach Dosis auch Schlafspritze. Diese wird als Einleitung in die Ellenbogenvene gegeben, der Patient wird müde und erhält ohne dass er dies noch wahrnimmt die örtliche Betäubung zusätzlich. Dieses Vorgehen empfehlen wir auch für alle Patienten, bei denen mehr als zwei Zähne entfernt werden müssen.

Für sehr ängstliche und sehr junge Patienten, insbesondere wenn eine Spritzenphobie vorliegt,  empfehlen wir die operative Entfernung der Zähne in Allgemeinanästhesie ( Narkose ). Bitte beachten Sie, dass zur Durchführung einer Allgemeinanästhesie die Anwesenheit eines Narkosearztes erforderlich ist. Da diese Narkosetermine geplant werden müssen, haben wir in der Regel nur  zwei Termine im Monat, an denen uns eine Vollnarkose zur Verfügung steht.

Die Beruhigungs- oder Schlafspritze kann jederzeit gegeben werden und bedarf keiner besonderen Einschränkungen seitens der Patienten. Auch eine Voruntersuchung durch den Hausarzt ist normalerweise nicht notwendig. Lediglich respiratorische Störungen wie etwa ein schweres Asthma bronchiale können Kontraindikationen sein.

Der Patient muss nicht wie bei Planung einer Vollnarkose nüchtern sein. In beiden Fällen ist aber die Notwendigkeit gegeben, sich von einer Begleitperson abholen zu lassen. Die Durchführung der Beruhigungs- sprich Schlafspritze ist für Kassenpatienten eine Wahl- leistung. Wir berechnen hierfür dem ehemaligen Kassensatz entsprechend Euro 65,- Es ist nötig, sich sowohl nach Schlafspritze wie nach Vollnarkose für ein bis maximal zwei Stunden nach dem operativen Eingriff auszuruhen. Hierfür steht ein entsprechender Ruheraum in der Praxis zur Verfügung.

Patienten, denen es unmöglich ist ,eine Begleitung zu arrangieren, ist es nach entsprechender Ruhezeit auch erlaubt, in Begleitung durch einen Taxifahrer nach Hause zu kommen. Arbeiten an Maschinen oder das selbständige Führen eines KFZ nach Beruhigung oder Narkose ist am Operationstag erst nach frühestens sechs Stunden postoperativ zu empfehlen, besser aber erst für den Folgetag. Für den Arbeitgeber bereiten daher unsere Anmeldungsdamen eine entsprechende Arbeits- Unfähigkeitsbescheinigung vor.

Durchführung des Eingriffs

Zur Freilegung des meist unter der Schleimhaut im Knochen liegenden Weisheitszahnes erfolgt eine Winkelschnittführung. Mittels eines Knochenhauthebers wird der Mukoperiost-lappen vom Knochen abgeschoben. Die Darstellung des Weisheitszahnes erfolgt in der Regel nach Knochenbohrung mit einer kleinen Kugelfräse. Hierbei werden die Weichteile abgehalten, damit weder eine Traumatisierung noch eine Blutung auftritt. Nach gezielter Trennung der Wurzeln des Zahnes werden diese aus dem Knochenfach ohne Druck anzu-wenden  mit einem Wurzelheber entfernt. Nach erfolgter Wundrevision und sorgfältiger Untersuchung des Knochenfaches auf Wurzel- oder Knochenreste erfolgt im Unterkiefer die Einlage eines mittels Aureomycin ( lokal  wirksames Antibiotikum)  beschickten Baumwollstreifens, der die Drainage des Wundsekretes ermöglichen soll.

Im Oberkiefer erfolgt normalerweise eine einfache Wundnaht, es sei denn, dass eine Kieferhöhleneröffnung zu einer plastischen Deckung der bestehenden Mund-Antrumver-bindung ( MAV)  zwingt. Diese wird durch eine spezielle plastische Operationstechnik  bewirkt, in dem die zweischichtige Mundschleimhaut durch Schlitzung der Knochenhaut so verlängert werden kann, dass die Schleimhaut durch Verlängerung imstande ist, das entstandene  Loch zu überbrücken.

Der Patient muss aber über die Fragilität des bestehenden Verschlusses unterrichtet werden. Er ist angehalten auf gar keinen Fall für 10 Tage zu schneuzen, zudem muss er, sollte er niessen  müssen , reflektorisch den Mund öffnen, um so einen massiven Überdruck auf der Operationsstelle zu verhindern, der zu einem Einriss der Schleimhautwunde führen kann. 

Nach der Operation

Nach dem operativen Eingriff kommt es im Allgemeinen zu einer etwa drei Tage andauernden Schwellung, die aber spätestens am dritten Tag deutlich abklingt. Wir geben normalerweise keine Mittel zur Schwellungsverhinderung, da die Schwellung ein ganz normaler Zustand des Weichgewebes auf die Operation ist und von allein abklingt. Auch geben wir keine Antiobiotika vorweg. Diese sind nur bei Entzündung der Weisheitszähne wie zum Beispiel bei einer Dentitio difficilis indiziert. Prophylaktische Antibiotikagaben sind  nicht indiziert und führen im Verlauf der Rekonvaleszensphase nur zu länger andauernden Schwellungen.

Die Wundreaktion zeigt sich auch im Auftreten von Schmerzzuständen. Diese können anfangs teilweise sehr heftig sein und eine Behandlung durch die Gabe eines Schmerzmittels erzwingen. Ein Schmerzhöhepunkt ist beim Nachlassen der lokalanästhetischen Wirkung nach etwa vier Stunden postoperativ zu erwarten. Am ersten  postoperativen Tag sind die Schmerzattacken deutlich geringer und man kommt meist ohne Schmerzmittel aus. Die Mundöffnung ist für wenige Tage etwas eingeschränkt, Nahrungsmittelaufnahme durch weiche oder flüssige Kost aber in der Regel ohne Probleme möglich.

Sollte es zu einer stärkeren Nachblutung kommen, ist es sinnvoll für längere Zeit auf einen Mulltupfer oder ein frisch gebügeltes Taschentuch aufzubeißen. In Fällen der stärkeren Nachblutung setzen Sie sich besser mit der Anmeldung der Praxis in Verbindung und machen einen Termin zur Nachkontrolle aus. Nachblutungen sind in unserem Patientengut äußerst selten, wenn auch nicht gänzlich auszuschließen. Da wir nicht resorbierbare Fäden benutzen, müssen diese spätestens nach einer Woche entfernt werden. Streifentamponaden insbesondere in den Unterkieferregionen bedürfen einer früheren Kontrolle und müssen meist nach zwei oder drei Tagen gewechselt werden.

 

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